Kunststoffeimer gehören zum Alltag jedes Malerbetriebs: Farben, Putz oder Spachtelmassen werden vielfach in Kunststoffgebinden geliefert. Was nach Gebrauch übrig bleibt, sind Tonnen von restentleerten Eimern, die bislang meist als gemischter Kunststoffabfall entsorgt und direkt verbrannt wurden. Damit gehen wertvolle Rohstoffe verloren. Doch das Bewusstsein für Kreislaufwirtschaft wächst – und mit ihm entstehen neue, praxisnahe Lösungen speziell für das Maler- und Lackiererhandwerk.
Aktuelle Entwicklungen: Vom Abfall zur Ressource
Mit der Einführung des Verpackungsgesetzes und der zunehmenden Relevanz einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft stehen Hersteller, Handwerksbetriebe und private Haushalte gleichermaßen in der Verantwortung, Verpackungen korrekt zu nutzen und zu entsorgen. Die Kunststoffverpackung an sich ist nicht das Problem, sondern ihre unsachgemäße Entsorgung. Zwar steigen die Recyclingquoten in Deutschland kontinuierlich, jedoch wird sortenrein erfasstes Material noch immer in zu geringem Umfang bereitgestellt. Besonders im Handwerk gelangen viele Eimer und andere Kunststoffverpackungen in den Baumischcontainer oder Restmüll. Gleiches gilt im privaten Bereich, wenn Wertstoffe im Hausmüll landen und dem Kreislauf damit unwiederbringlich verloren gehen.
Mit der Einführung des Verpackungsgesetzes und der wachsenden Bedeutung der Wiederverwertung, steigt gleichzeitig die Nachfrage nach Rezyklaten: Sekundärrohstoffe aus recyceltem Kunststoff sind in der Produktion neuer Verpackungen heute technisch auf gleichem Niveau wie Neuware– und sparen bis zu 50 % CO2 ein. Mit Blick auf die verabschiedete EU-Verpackungsverordnung (PPWR) gewinnen geschlossene Materialkreisläufe zusätzlich an Bedeutung. Ab 2030 sollen Kunststoffverpackungen einen verpflichtenden 35 % Anteil an Post-Consumer-Rezyklat (PCR) enthalten. Ab 2040 beträgt der Anteil 65 %. Systemlösungen wie der Kunststoffeimerkreislauf leisten hierfür einen konkreten Beitrag, da sie hochwertiges PP-Rezyklat bereitstellen.
Regionale Initiative: Der Kunststoffeimerkreislauf in Berlin-Brandenburg
Wie Kreislaufwirtschaft im Handwerk praktisch umgesetzt werden kann, zeigt ein Pilotprojekt des Landesinnungsverbands des Maler- und Lackiererhandwerks Berlin-Brandenburg und Zentek. Gemeinsam setzen beide Partner in der Region ein System zur Rücknahme und Wiederverwertung von restentleerten Kunststoffeimern aus der gewerblichen Nutzung um. Das Projekt ist Teil des Zentek clozed loopTM- Systems, das echte Materialkreisläufe schafft – vom gebrauchten Eimer zum neuen Eimer. Die Eimer werden sortenrein gesammelt, aufbereitet und zu Regranulat verarbeitet. Aus diesem Sekundärrohstoff entstehen neue Eimer – ein geschlossener Kreislauf, direkt aus der Praxis. Für Metallgebinde existieren bereits etablierte Recyclingwege: Leere Dosen und Kanister aus Stahl oder Aluminium werden über Metallschrottsammlungen nahezu vollständig werkstofflich recycelt. Das Pilotprojekt in Berlin- Brandenburg schließt nun auch bei Kunststoffeimern diese Lücke – als Modell für weitere Regionen.
Teilnahme und Ablauf: So funktioniert die sortenreine Sammlung
Die Teilnahme am Kunststoffeimerkreislauf ist unkompliziert:
1. Anmeldung bei Zentek oder dem Landesinnungsverband
2. Abruf der Big Bag
3. Sammlung von restentleerten, Eimern und Deckeln aus Polypropylen (PP) - einfach gestapelt auf den Kopf stellen
4. Abholung durch Zentek oder einen regionalen Partner, mindestens ein voller Big Bag.
Die Rücknahme ist kostenfrei, sofern die Eimer und Deckel folgende Anforderungen erfüllen:
• restentleert (ausgestrichen mit dem Pinsel)
• ausgehärtet und unverschlossen
• aus Polypropylen (PP)
Es können alle Eimer gesammelt werden, unabhängig von Größe und Marke oder Hersteller. Diese Eimer und Deckel können direkt sortenrein zu Rezyklat verarbeitet werden – der entscheidende Faktor für die Qualität des Materialkreislaufs.
Ein Gewinn für Betriebe und Umwelt
Die Vorteile liegen auf der Hand: Betriebe handeln ressourcenschonend, vermeiden Entsorgungskosten, erfüllen gesetzliche Anforderungen und leisten einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz. Gleichzeitig stärken sie ihr Image gegenüber Kunden und Auftraggebern. Für Innungsbetriebe bietet das Projekt einen besonderen Mehrwert: Als Mitgliedsbetrieb profitieren Maler und Lackierer in Berlin-Brandenburg direkt vom Gemeinschaftsprojekt des Landesinnungsverbands. Zentek und der Verband übernehmen die gesamte Organisation – von der Bereitstellung der Sammellogistik über den Transport bis zur Aufbereitung. Die Teilnahme ist unkompliziert, transparent organisiert und zeigt, dass das Handwerk selbst Verantwortung für nachhaltige Ressourcennutzung übernimmt. Damit wird Kreislaufwirtschaft nicht nur gefordert, sondern von der Branche selbst gestaltet. Je mehr Betriebe teilnehmen, desto größer wird der ökologische Effekt: Aus gebrauchten Kunststoffeimern entstehen neue Eimer – im echten clozed loopTM, also als geschlossener Kreislauf, der Ressourcen schont, Emissionen reduziert und zeigt, dass Nachhaltigkeit im Malerhandwerk längst gelebt wird.
Fazit
Mit dem regionalen Kunststoffeimerkreislauf-Pilotprojekt zeigen der Landesinnungsverband des Maler- und Lackiererhandwerks Berlin-Brandenburg, und Zentek wie Kreislaufwirtschaft praktisch funktioniert. Das Modell bietet Malerbetrieben eine einfache Möglichkeit, ihre Verpackungsabfälle in einen wertvollen Rohstoffkreislauf zurückzuführen – transparent, effizient und zukunftsorientiert.
Ihre Ansprechpartner für den Kunstoffeimerkreislauf:
Landesinnungsverband des Maler- und Lackiererhandwerks Berlin-Brandenburg
Beate Bliedtner
bliedtner@farbe-bb.de
Tel.: 030 22328627
Zentek Services GmbH Co. KG
Jonas Poulissis-Schneider
jonas.poulissis-schneider@zentek.de
Tel.: 02203 8987423
Für weitere Informationen und die Teilnahme am Kunststoffeimerkreislauf, nutzen Sie gern den folgenden Link - Anmeldung und weitere Informationen.
Folgende Sammelstellen für markenunabhängig restentleerte Eimer im Großhandel stehen Ihnen zur Verfügung:
Knittel Farben - Schnellerstraße
Gustav Knittel GmbH & Co. KG
Schnellerstraße 141
12439 Berlin
Sto SE & Co KGaA
Ullsteinstr. 98 - 106
12109 Berlin
Für weitere Informationen und die Teilnahme am Kunststoffeimerkreislauf, nutzen Sie gern den folgenden Link - Anmeldung und weitere Informationen.

