Hackerangriffe!

Unternehmen sollten jetzt schnell handeln

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Den Krieg in der Ukraine begleiten Hackerangriffe von verschiedener und oft unbekannter Seite. Durch die Teilnahme an Sanktionen könnte Deutschland – und damit auch unsere Handwerksbetriebe – ebenfalls verstärktes Ziel von Hackerangriffen werden.
Je enger ein Unternehmen mit der Ukraine vernetzt ist, umso größer ist die Gefahr. So können auch Unternehmen, welche die Ukraine unterstützen, die aber selbst keinen Kontakt vor Ort haben, Opfer von Racheakten staatlicher Gruppen oder digitaler Söldner sein.
Deutsche Institutionen und Unternehmen gelten in Sachen Cybersicherheit als verwundbar, wie diverse Ransomware-Angriffe gezeigt haben. Der IT-Branchenverband Bitkom schätzt den jährlichen Gesamtschaden durch digitalen Diebstahl, Erpressung und Sabotage auf 223 Milliarden Euro. Experten kritisieren, dass weiterhin zu wenig in die IT-Sicherheit investiert werde.


Wie sich Betriebe jetzt schützen sollten


Auch kleinere Handwerksunternehmen mit einem oder einigen wenigen Arbeitsplätzen sollten dringend ihre Sicherheitswerkzeuge prüfen, also Virus-Scanner, Router, Firewall, mobile Verschlüsselung sowie Archivierung. Bitte vergessen Sie auch Ihre Multifunktionskopierer und mobilen Endgeräte nicht.

Stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Werden die Programme / Tools aktiv genutzt?
  • Wie alt sind die Programme / Tools?
  • Werden sie regelmäßig überprüft und gepatcht?
  • Gibt oder gab es vor kurzem bei der Nutzung von Mail, Webdiensten oder bei der Datenübertragung irritierende Phänomene?

Handwerksbetriebe sollten jetzt vor allem ihre Mitarbeitenden sensibilisieren, den Stand der Systeme prüfen (Patches, Updates, Backups etc.) und Sperrlisten (Blacklists) zur Abwehr von Internetverkehren aus Russland führen.
Mit grundlegenden Schutzmaßnahmen und einer gelebten IT-Sicherheitskultur lassen sich über 80 Prozent der Cyberangriffe abwehren. Die Maßnahmen sind leicht und mit wenigen Ressourcen anzustoßen. Voraussetzung ist nur die Bereitschaft zu kleinen Anpassungen im betrieblichen Ablauf.
Wenig Aufwand, viel Nutzen – für eine gute Basis empfiehlt sich ein Mix aus technischen und organisatorischen Maßnahmen.


Mit diesen Tipps können Sie Ihre IT-Sicherheitdeutlich optimieren:

  • Höchste Priorität haben Sicherheitslücken in der IT-Infrastruktur. Sichere Konfiguration und regelmäßige Patches/Updates: Führen Sie verfügbare Software- und Systemupdates stets zeitnah durch. Nutzen Sie neue Geräte erst nach einer ersten sicheren Konfiguration. Warten Sie nicht, bis Angreifer vorhandene Lücken ausnutzen.
    Diese Maßnahme hat ein sehr hohes Nutzen/ Aufwand-Verhältnis und minimiert die eigene Angriffsfläche erheblich.
  • Achten Sie auf sichere Passwörter: Stellen Sie sicher, dass nur ausreichend sichere Passwörter oder Passphrasen zum Einsatz kommen – und alle Login-Daten stets sicher aufbewahrt werden. Dazu zählt auch die Mehrfaktor-Authentifizierung für alle Fernzugänge oder Admin-Zugänge auf das Netz, das updaten verwendeter Software, das Deaktivieren von Ports und Protokollen, die für das Geschäft nicht zwingend notwendig sind. Bitte überprüfen und kontrollieren Sie alle in Anspruch genommenen Cloud-Dienste und mobilen Endgeräte.
  • Sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeiter für Schutz vor Phishing: Im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg hat dies aktuell Hochkonjunktur. Cyber-Kriminelle nutzen die Hilfsbereitschaft in der Öffentlichkeit mit betrügerischen E-Mails mittels Social Engineering aus, die sicherheitsrelevante Folgen haben können: Die erbeuteten Zugangsdaten sind dann die Eintrittskarte zu Systemen und Prozessen. Konkret verlieren Mitarbeitende und Unternehmen auch Geld. Sensibilisieren Sie Mitarbeitende für die sichere Nutzung von E-Mail. Ein einziger falscher Klick auf einen E-Mail-Anhang kann ausreichen, um gefährliche Schadsoftware ins Unternehmen einzuschleusen.
  • Legen Sie regelmäßige Datensicherungen aller relevanten Systeme an: Aktuelle Backups Ihrer Daten ersparen Ihnen viele Unannehmlichkeiten – und sind einfach umzusetzen. Führen Sie regelmäßige und automatische Sicherungen aller Ihrer Daten aus, um einem möglichen Verlust vorzubeugen. Der sichere Standort
    von Backups (auch ein offline gelagertes Backup) und der Test der Abläufe sowiedie Wiederherstellung im Notfall müssen angesichts der Gefahr durch Wiper – die Schadsoftware, die derzeit ukrainische Computer attackiert – auf der Agenda stehen.
  • Verschlüsseln Sie Ihre geschäftliche Kommunikation: Lassen Sie unbefugte Dritte nicht mitlesen! Ein Passwortschutz für verschickte Anhänge per E-Mail ist beispielsweise bereits ein erster Schritt. 

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Quelle:
Deutschland sicher im Netz (DsIN),
Jürgen Schüler, Kerstin Wiktor HWK Berlin
zusammengestellt von Beate Bliedtner